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CCS: Vattenfall steigt aus

06.12.2011

 

 

  

05.12.2011 PE Vattenfall - auch hier zu lesen

Hängepartie um CCS-Gesetz erzwingt Aus für Milliardeninvestition in der Lausitz

Vattenfall stellt Planungen für Demoprojekt Jänschwalde ein, hält aber an der späteren Nutzung von CCS fest

Aufgrund der fortwährenden Hängepartie um das deutsche CCS-Gesetz sieht sich Vattenfall gezwungen, seine Planungen für das CCS-Demonstrationsprojekt Jänschwalde einzustellen. Das Aus für die geplante 1,5-Milliarden-Euro Investition gab das Unternehmen heute im Anschluss an die Aufsichtsratssitzungen der Vattenfall Europe Mining AG und der Vattenfall Europe Generation AG in Cottbus bekannt. Das von der EU geförderte Projekt sollte bis 2015/16 in Betrieb gehen und die Klimaschutztechnologie CCS erstmals in nennenswerter Kraftwerksgröße demonstrieren.

„Wir müssen leider feststellen, dass es in der deutschen Bundespolitik derzeit keinen hinreichenden Willen gibt, die europäische Richtlinie so umzusetzen, dass ein CCS-Demonstrationsprojekt in Deutschland möglich würde“, erklärte Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka. „Das ist ein herber Rückschlag für Innovation, Klimaschutz und die deutsche Wirtschaft.“

Nach dem ersten Scheitern des deutschen CCS-Gesetzes 2009, zeichnet sich auch im zweiten nunmehr knapp zwei Jahre währenden Anlauf kein Ende ab. Nach der Ablehnung des im Bundestag beschlossenen Gesetzesentwurfes durch den Bundesrat am 23. September 2011 und der Anrufung des Vermittlungsausschusses durch die Bundesregierung, hat sich dieser im November zweimal ergebnislos vertagt.

„Seit Monaten weisen wir darauf hin, dass wir endlich rechtliche Klarheit brauchen und dass der vorliegende CCS-Gesetzentwurf ohne substanzielle Verbesserungen nicht geeignet ist, milliardenschwere Investitionen in die weitere Entwicklung dieser Technologie in Deutschland zu befördern“, erinnerte Dr. Hartmuth Zeiß, Chef der Braunkohlesparte von Vattenfall. „Heute müssen wir feststellen, dass unser Zeitplan nicht mehr einzuhalten ist und sich zudem die notwendigen Änderungen nicht annähernd abzeichnen.“

Die Entwicklung von CCS wird dennoch weitergehen – auch bei Vattenfall. “CCS ist und bleibt eine der entscheidenden Technologien zum globalen Klimaschutz. Auch wenn wir unser Demoprojekt nun nicht realisieren können, werden wir weiterhin an CCS festhalten. Das gilt auch für die Absicht, in den 2020er Jahren in Jänschwalde ein neues CCS-Kraftwerk zu bauen und damit den Energiestandort langfristig zu sichern“, betonte Vattenfall-Deutschland-Chef Hatakka

Vattenfall will auch künftig den erfolgreichen Testbetrieb in der CCS-Pilotanlage in Schwarze Pumpe fortsetzen, die Forschung und Entwicklung im Bereich CCS weiter begleiten und sich auch weiterhin an europäischen CCS-Projekten beteiligen. Insbesondere der Ausbau einer europäischen Transport- und Speicherinfrastruktur ist aus Sicht des Unternehmens zwingend erforderlich.

Neben den Planungen für das Demo-Kraftwerk mit CO2-Abscheidung in Jänschwalde werden auch die Aktivitäten zur Speichererkundung in Ostbrandenburg eingestellt. Für die bislang erhaltenen Genehmigungen wird bei der zuständigen Behörde die Aufhebung beantragt.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen sind:

Katharina Bloemer
Vattenfall Europe AG
Telefon (030)8182 - 2316
Mobil (0173)244 36 29
katharina.bloemer@vattenfall.de

Kathi Gerstner
Vattenfall Europe AG
Telefon (0355) 28 87 - 30 10
kathi.gerstner@vattenfall.de

 -------------------  Potsdam, 05.12.2011

Pressemitteilung Staatskanzlei

 Platzeck und Christoffers sehen Verantwortung für Vattenfall-Verzicht bei Bundesregierung Mit Bedauern hat die Landesregierung heute auf die Entscheidung des Vattenfall-Konzerns reagiert, das Projekt eines Demonstrationskraftwerkes zur CCS-Technologie im Land Brandenburg angesichts eines ausstehendes Bundesgesetzes nicht mehr weiter zu verfolgen.  

Ministerpräsident Matthias Platzeck erklärte: „In Anbetracht des Unvermögens der schwarz-gelben Bundesregierung, einen mehrheitsfähigen Gesetzentwurf vorzulegen, war die jetzige Entscheidung von Vattenfall absehbar. Die Bundesregierung muss sich ein halbes Jahr nach den Beschlüssen zum Atomausstieg immer mehr fragen lassen, wie sie eine wirkliche Energiewende hinbekommen will, ohne die Versorgungssicherheit in Deutschland und die Bezahlbarkeit von Energie in Frage zu stellen.“ Auch Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers betonte: „Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis. Sie bedeutet einen Rückschlag für den Klimaschutz.“

 Platzeck betonte die Rolle der Braunkohleverstromung als Brückentechnologie. „In Anbetracht der ungeklärten rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland begrüße ich es, dass Vattenfall trotz des Verzichts auf den Bau eines Demonstrationskraftwerkes weiterhin am Konzept eines Kraftwerkneubaus am Standort Jänschwalde mit CCS-Technologie für den Zeitraum nach 2025 festhält. Wenn wir die Energiewende schaffen und den Industriestandort Deutschland nicht gefährden wollen, brauchen wir die Braunkohleverstromung als Brückentechnologie.“ Auch Christoffers bekräftigte seine Haltung, dass die Braunkohle so lange gebraucht werde, bis die Systemintegration der Erneuerbaren Energien gelungen sei. „Je schneller es uns gelingt, unser vordringliches Vorhaben, die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen so umzusetzen, dass sie grundlastfähig ist, desto schneller ist es möglich, aus der Stromerzeugung mit Braunkohle auszusteigen. Dafür ist die Entwicklung von Speichertechnologien genauso notwendig wie der Ausbau der Stromnetze. Um den Klimaschutz zu stärken, müssen wir die Energieeffizienz steigern, um den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu senken.“  

Der Minister stellte klar, dass die Forschungen des GeoForschungsZentrums Potsdam am Standort Ketzin weitergeführt werden sollten. „Damit wollen wir deutlich machen, dass die Landesregierung an einer Klärung der offenen Fragen zu CCS und der wissenschaftlichen Fortentwicklung der Technologie interessiert ist“, sagte Christoffers. Er verwies darauf, dass die CCS-Technologie auch weiter ein Thema bleiben wird. Die Technologie könne bei erfolgreicher Erprobung in anderen europäischen Regionen eingesetzt werden, wenn die Frage der Speicherstruktur und CO2-Infrastruktur auf EU-Ebene geklärt sei

Staatskanzlei Brandenburg
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Gerber: Land für Energiemix mit Braunkohle und Kraftwerks-Neubau

05.12.2011 - Ungeachtet eines möglichen vorläufigen Scheiterns des CCS-Gesetzes hält Brandenburg an der Braunkohle fest. „Die Landesregierung befürwortet einen Energiemix mit Braunkohle, bis der Industriestandort Deutschland seinen Energiebedarf sicher und zu international wettbewerbsfähigen Preisen aus Erneuerbaren Energien decken könne. Dies kann auch einen Kraftwerks-Neubau nach der Stilllegung der jetzigen Blöcke in Jänschwalde einschließen. Dabei sind wir für die weitere Reduktion von CO2, sei es durch CCS oder weiterentwickelte Kraftwerkstechnologien“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Albrecht Gerber, am Montagabend bei einer Veranstaltung in Cottbus. Er betonte außerdem: „Die Braunkohle- und Energiewirtschaft sichert als wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Lausitz Zehntausende Arbeitsplätze.“

Gerber machte die Position der Landesregierung deutlich: „Nachdem Deutschland bereits aus der Atomkraft aussteigt, wäre es geradezu aberwitzig, auch gleich noch auf die Kohle zu verzichten. Damit würden wir unsere sichere Energieversorgung aufs Spiel setzen, und das kann keine verantwortungsvolle Politik sein.“

Brandenburgs Landesregierung stehe zur weiteren Verstromung der Braunkohle – und zwar solange, bis der Industriestandort Deutschland seinen Energiebedarf sicher und zu international wettbewerbsfähigen Preisen aus Erneuerbaren Energien decken könne. Derzeit wisse niemand, wie lange es dauern werde, bis die Erneuerbaren Energien verlässlich grundlastfähig seien, und ob die Netze so schnell ausgebaut werden könnten, wie das für eine dezentrale Energieproduktion erforderlich sei.

Gerber fügte hinzu: „Heute kann ich sagen: Daher wollen wir die Tagebauplanungen fortsetzen und befürworten die Option für einen Kraftwerksneubau mit deutlich reduziertem CO2-Ausstoß in Nachfolge des jetzigen Kraftwerks in Jänschwalde.“ Alles andere wäre ein „Irrweg
 

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